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Jetzt entschuldige dich mal!

Dein Kind benimmt sich auf dem Spielplatz völlig daneben. Es haut, es schubst, es wirft Sand, es sagt schlimme Dinge,... Und du möchtest doch, dass dein Kind vernünftig ist. Dass dein Kind sich zu benehmen weiß. Dass dein Kind höflich ist. Also gehst du hin und sagst deinem Kind, dass es sich entschuldigen soll. Was lernt dein Kind daraus? Höflich sein, vernünftig sein, sich benehmen? Nö!

 

Dein Kind lernt, dass es von seiner*ihrer Bezugsperson in eine unangenehme Situation gebracht wird. Dass es etwas machen soll, was es nicht möchte. Dass es etwas sagen soll, was es nicht meint. Dein Kind wird früher oder später beginnen, Mist zu bauen und dafür Entschuldigung zu sagen. Eine leere Hülle zu nutzen, eine Phrase, die man halt in unserer Gesellschaft so benutzt. Aber nicht so meint.

 

Ist es vielleicht so, dass du das Verhalten deines Kindes bedauerst? Dass du dir wünschst, dein Kind würde anders reagieren? Dann sprich mit deinem Kind. Geh hin und sag deinem Kind, dass es dem anderen Kind wehtut, wenn es mit einer Schaufel gehauen wird. Schaut gemeinsam hin, wie es dem anderen Kind damit geht. Damit schulst du das Empathievermögen deines Kindes. Du kannst dich auch bei dem anderen Kind entschuldigen, wenn dir das wichtig ist. Dem Kind wird das aber gar nicht so wichtig sein, wenn es mitbekommt, dass es wahrgenommen wird.

Und dann finde mit deinem Kind heraus, warum es sich so verhalten hat. Was steckt hinter dem Verhalten? Wollte dein Kind mitspielen und durfte nicht? Wollte das andere Kind etwas wegnehmen? Ihr könnt gemeinsam überlegen, wie dein Kind beim nächsten Mal in so einer Situation reagieren könnte.

 

So kommt ihr in Verbindung und dein Kind wird sich ernst genommen fühlen. Dazu trägt auch bei, wenn du deinem Kind mitteilst, wenn du was Blödes gesagt oder gemacht hast. Dein Kind wird es dir nachmachen. Und zwar dann, wenn es soweit ist. Wenn du es erzwingst, wird es dein Kind nicht ernst meinen.