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Wie erkenne ich meine Bedürfnisse?

Bedürfnisorientierung, Bedürfnisse erfüllen,.. das klingt ja alles schön, aber was genau sind eigentlich Bedürfnisse?

 

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Bedürfnisse erkennst, was diese mit deinen Gefühlen zu tun haben und warum es dir so schwerfällt, sie zu erkennen.

 

Ja klar, von sogenannten Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Schlafen haben wir alle schon gehört, aber da scheint sich doch noch mehr zu verstecken?! Deswegen hier mal ein paar weitere Bedürfnisse.

  

 

Was du jetzt damit anfängst?

Du kannst sie dir mal durchlesen. Du kannst direkt mal darauf achten, bei welchen Bedürfnissen, dein Herz einen kleinen Hüpfer macht oder dein Körper anderweitig darauf reagiert. Diese Bedürfnisse markierst du dir oder notierst sie. So kannst du die nächsten Tage gezielt auf genau diese Bedürfnisse achten.

 

Bedürfnisse äußern sich in Gefühlen.

Erfüllte Bedürfnisse: Angenehme Gefühle.

Unerfüllte Bedürfnisse: Unangenehme Gefühle.

 

Herzlichen Glückwunsch, jetzt weißt du, dass deine unangenehmen Gefühle da sind, um dich auf unerfüllte Bedürfnisse hinzuweisen. (Mehr zu unangenehmen Gefühlen gibt´s hier) Das ist eine Tatsache, die uns im Leben -  vor allem im Familienleben – echt voranbringen kann.  Denn bisher konnten wir vielleicht noch damit leben, dass wir schlechte Laune bekommen, wenn wir hungrig sind (dass das auch für mich zutrifft, habe ich erst mit 25 erkannt), aber mit Kindern eröffnen sich ganz neue Dimensionen unangenehmer Gefühle und auf einmal zeigt sich auch, dass es offensichtlich nicht nur um Grundbedürfnisse geht. Bzw., dass es bereits an deren Erfüllung hapert.

 

Übrigens: alle unsere Bedürfnisse dürfen erfüllt werden und sind wichtig. Grundbedürfnisse sichern unser Überleben und es sind die Bedürfnisse, die wir noch am ehesten wahrnehmen – weil sie gesellschaftlich weitestgehend akzeptiert sind. Aber auch alle anderen Bedürfnisse tragen zu emotionaler, psychischer und physischer Gesundheit bei.

 

Wenn die Bedürfnisse nun so wichtig sind, warum nehmen wir sie dann nicht wahr? Wir nehmen sie nicht wahr, weil es uns abtrainiert wurde.

 

„Iss auf, damit morgen die Sonne scheint.“

„Ist mir egal, dass dir nicht kalt ist. Du ziehst das jetzt an.“

„Sitz still.“

„Sei leise.“

„Trink mal was.“

„Du kannst rauskommen, wenn du wieder lieb bist."

 

Der Verbindung zu unseren Bedürfnissen

 

Wir hatten einst ein sehr gutes Gefühl für uns, bis die Erwachsenen entschieden haben, über uns hinweg zu entscheiden und besser zu wissen, was für uns das Richtige sei. So haben wir die Verbindung zu uns verloren und angefangen den Fokus aufs Außen zu richten. Darauf, was sich andere von uns wünschen, auf gesellschaftliche Konventionen, auf die Erwartungen anderer.

 

-> Wir schauen also nicht in erster Linie, dass all unsere Bedürfnisse erfüllt sind, sondern stattdessen, dass es anderen gut geht oder dass wir andere glücklich machen.

 

Deine Grenzen wahren

 

Fühlst du dich unwohl damit, ständig über deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse hinwegzugehen? Nimmst du gehäuft unangenehme Gefühle war, die du gern ändern würdest? Dann lohnt es sich, dir zu erlauben, deine Bedürfnisse als wichtig  - ja sogar für dich als am wichtigsten – einzustufen. Ja, auch genauso wichtig, wie die deines Kindes. Na gut, ist dein Kind noch ein Baby, haben die Bedürfnisse Vorrang, aber gänzlich aus den Augen verlieren, solltest du dich selbst dabei nicht.

 

Nun dürfen wir also erst mal lernen, wieder hinzuhören. Wieder mit uns in Verbindung zu kommen. Das erfordert Übung und wird nicht von heute auf morgen problemlos gelingen. Aber ein erster Schritt kann sein, bei dir selbst einzuchecken. Einfach mal kurz die Pause-Taste drücken und dich selbst wahrnehmen:

 

Wie fühle ich mich gerade?

Muss ich auf´s Klo?

Hab ich Hunger oder Durst?

Bin ich kurzatmig oder atme ich entspannt?

Wie schnell schlägt mein Herz?

Ist mir warm oder kalt?

 

Und einfach mal nur wahrnehmen, was da los ist, ohne es zu bewerten. So stellen wir eine Verbindung zu unserem Körper her. Wir kommen kurz heraus aus dem Mamsterrad und erhalten sofort die Möglichkeit, wichtige unerfüllte Bedürfnisse zu erfüllen. Indem wir beispielsweise etwas trinken oder essen, etwas anziehen, unsere Atmung bewusst entspannen.

 

Kommen wir so allmählich wieder in die Wahrnehmung unserer Bedürfnisse, können wir sie nicht mehr ganz so selbstverständlich übergehen. Viel Freude beim Üben!

 

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