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Gib der Oma mal einen Kuss

Wieso fällt es uns so schwer, für unser Kind einzustehen?

 

Sobald wir befürchten, jemand anderen zu enttäuschen oder auf den Schlips zu treten, scheuen wir uns davor, unser Kind zu schützen. Oma will einen Kuss, das Kind zeigt eindeutig, dass es das nicht will. Drängen wir jetzt unser Kind, der Oma den Gefallen zu tun? Wir haben gelernt, dass wir den Ansprüchen der Anderen gerecht werden müssen. Wir sind dafür verantwortlich, ihnen "diesen Gefallen zu tun". Genauso sind wir für deren unangenehme Gefühle verantwortlich, wenn wir ihnen das jetzt nicht ermöglichen. Das kann doch nicht sein, oder?

 

Mir ist doch vor allem wichtig, dass mein Kind unbeschadet aus der Nummer herauskommt. Dass mein Kind lernt, MaPa schützt mich. Schützt und wahrt meine Grenzen. Ich kann noch nicht für meine Grenzen einstehen, also tut MaPa das für mich. Wir sind der Schutzschild unseres Kindes. Wir sind verantwortlich dafür, die Integrität unseres Kindes zu wahren. Wieso fühlen wir uns damit schlecht?

 

Sogar unter jetzigen Corona-Bedingungen kommen und kamen ältere Menschen einfach ganz dicht an uns heran, um Kontakt zu meinem Baby aufzunehmen und sogar, um es anzufassen. Was mir beim ersten Kind noch unglaublich schwer fiel, wird mit jedem Mal leichter: Mich gegen das vermeintliche Wohl anderer und für die Grenze meines Kindes zu entscheiden, indem ich mich zum Beispiel mit meinem Kind wegdrehe oder einen Schritt zurück mache.

 

Wie sollen unsere Kinder lernen, ihre Grenzen wahrzunehmen und zu schützen, wenn wir es nicht mal tun. Solange unsere Kinder das noch nicht selbst können, dürfen wir sie dabei unterstützen. Wir gehen ständig über unsere Grenzen, weil wir als Kinder verlernt haben, sie zu erkennen. Machen wir es unsern Kindern leichter.

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